5. AusgabeSchool Stuff

¡Hello, Bonjour und Hola!

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Jedem Schüler, der in Deutschland die Schule besucht, wird die Möglichkeit gegeben, mehrere Sprachen zu lernen. Englisch und Französisch oder Latein werden zunächst als Pflichtfächer unterrichtet, doch auch Spanisch wird an der ADS angeboten. Nun fragen sich viele Schüler sicherlich; warum?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zuerst ein Bild über die Vorteile von mehrsprachigen Kenntnissen machen. Wissenschaflich wurde mithilfe mehrere Studien zahlreicher Universitäten nachgewiesen, dass die Verwendung einer Fremdsprache zum Erkennen und Verstehen von Sachverhalten führe, was das Gehirn und seine Leistung fördere. Eine Studie der spanischen Universität Pompeu Fabra zeigt, dass Mehrsprachler ihre Umgebung besser wahrnehmen und beobachten. Ein weiterer positiver Aspekt ist das Trainieren des Gehirns. Beim Lernen einer Sprache ist Vokabular Pflicht und solange die Sprache der Muttersprache nicht ähnelt, muss man auch bestimmte Regeln der Grammatik lernen. Dies hilft dem Erinnerungsvermögen, wodurch sich das Gehirn schneller Dinge wie Reihenfolgen merken kann.
Die Auseinandersetzung mit Sprachbausteinen wie Satzbau und Grammatik können auch im Bereich der Muttersprache gut genutzt werden. Durch die ständige Wiederholung von Regeln, verschiedenen Satzstrukturen oder Konjugation von Verben, vergleiche man unbewusst Sprachen, die man beherrscht, was die Verbesserung der Sprachkenntnisse als Vorteil habe, so die Studie der Universität in Chicago.
Auch im Jobleben kann man seine Sprachkenntnisse vorteilhaft nutzen. Arbeitgeber sehen es gerne, wenn ein Bewerber sich in mehreren Sprachen ausdrücken kann. Dies hilft nämlich bei der Kommunikation mit verschiedenen Ländern, was z.B. in der Marketing-Branche häufig benötigt wird und auch im Touristensektor starke Vorteile mit sich bringt.
Während man eine Sprache lernt, befasst man sich automatisch auch mit der Kultur des Landes. Das Lernen von unterschiedlichen Lebensstilen oder Ritualen sorgt für ein breiteres Allgemeinwissen sowie Empathie, da man etwas über andere Menschen lernt. Außerdem kann man die Merkmale einer bestimmten Kultur mit denen einer anderen vergleichen und somit Unterschiede und Ähnlichkeiten unter mehreren Völkern finden.

Was hat all das jetzt mit der Schule zu tun?
In der ADS werden Englisch, Latein, Französisch sowie Spanisch als Sprachen angeboten. Viele englischen Wörter stammen ursprünglich aus dem Französischen, weshalb französische und englische Vokabeln einander ähneln können, was das Lernen und Verstehen der Sprachen vereinfacht. Genau so ist es mit Französisch und Spanisch oder generell romanischen Sprachen (z.B. Italienisch), da diese auf Latein basieren. Versteht man also dies, fällt es einem leichter, sich weitere Sprachen anzueignen. So kann man Fremdsprachen aufeinander aufbauen und sich immer weiterentwickeln. Wer in der 6. Klasse Französisch und in der 8. Spanisch wählt, wird Ähnlichkeiten in diesen Sprachen bemerken und diese vergleichen können, was das Lernen vereinfacht. In der Schule wird besonderer Fokus auf das Sprechen gesetzt. Die Lehrer bringen die Schüler dazu, häufig frei zu reden, z.B. indem sie Aufgaben mit ihren Mitschülern besprechen oder Dialoge vorbereiten. Um eine Sprache zu lernen, muss man diese auch sprechen können, was hiermit erreicht wird.
Ebenfalls wissenswert ist, welche Kenntnisse man besitzen muss, um eine Sprache flüssig sprechen zu können. Das Sprachkenntnis lässt sich in vier Hauptkategorien und mehrere Levels von A1 bis C2 einteilen, welche durch den „gemeinsame[n] europäische[n] Referenzrahmen für Sprachen (GER)“ in Europa festgelegt wurden: Lesen, hören, schreiben und sprechen.
Folgender Ausschnitt aus der Internetseite „europaeischer-referenzrahmen.de“ zählt Kenntnisse auf, die benötigt werden, um sich „annähernder Muttersprachler“ nennen zu können:

1. Kann praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen.
2. Kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben.
3. Kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.

(Es wird angemerkt, dass dies C2 und somit die höchste Stufe des Sprachniveaus ist; Schüler sollen sich nicht inkompetent fühlen, weil sie diese Merkmale nicht treffen.)

Vielleicht fällt euch beim Beachten der Punkte etwas auf: Das sind genau die Bereiche, die bei Arbeiten, Prüfungen und Klausuren gefragt werden. Bei schriftlichen Überprüfungen gibt es entweder ein Hör- oder Leseverstehen, einen Schreibteil und eine Mediation oder dergleichen, während bei mündlichen Prüfungen Monologe und Dialoge vorgetragen werden. Die Monologe können vorbereitet werden, die Dialoge werden spontan erfunden. Diese Erwartung hilft bei der Weiterentwicklung des Gehirns und dem Können, schnell und sinnvoll auf etwas Gesagtes zu reagieren.
Falls ihr euch für Klassenfahrten oder Schüleraustausche interessiert, seid ihr bei den Sprachen genau richtig! Die kulturelle Mischung von Deutschland und bspw. Frankreich oder Spanien bringt uns mit Muttersprachlern zusammen und gibt die Möglichkeit, mit Menschen einer anderen Kultur zu kommunizieren und sich auszutauschen.
Ein Schüleraustausch, wie es in der Schule angeboten wird, ist sehr besonders. Schulen können oft Programme planen und vorbereiten, die privat nicht immer möglich sind (z.B. die intensive Begegnung und Auseinandersetzung mit Muttersprachlern).
Wer Sprachen lernen möchte, ist in der Schule am besten aufgehoben. Nicht nur werden Sprachen im Unterricht detailliert beigebracht, sie werden auch kostenlos unterrichtet! Sprachkurse, die man zu späteren Zeitpunkten nehmen kann, kosten. Außerdem kann man mithilfe seiner Schulkenntnisse Zertifikate erhalten (wie z.B. DELF in Französisch), die zwar auch Gebühren aufweisen, jedoch in den Lebenslauf eingefügt und im Berufsleben angewendet werden können.

Wenn man sich intensiv mit dieser Frage auseinandersetzt, kann man ganz schön viele Vorteile finden, die eine neue Sprache so mit sich bringt. Vielleicht motiviert euch dieser Artikel ja dazu, in der nächsten Englisch-, Französisch-, Latein- oder Spanischstunde mit ganz viel Freude mitzumachen!

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