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Nobelpreis dank Chili?

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Als nach langen Monaten des Home-Schoolings und der Quarantäne endlich ein Impfstoff in Sicht war, waren viele der Meinung, dass diese Entdeckung den begehrten Medizin-Nobelpreis verdiene. Entgegen dieser Erwartung ging der Preis aber an zwei amerikanische Wissenschaftler, die im Bereich der Sinnesphysiologie und der Neurowissenschaft tätig sind. 
Für die Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Druck erhielten David Julius und Ardem Patapoutian am 4. Oktober 2021 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

Wer sind die beiden?
David Jay Julius ist ein US-amerikanischer Sinnesphysiologe und Professor an der University of California in San Francisco. Er wuchs in New York auf und erwarb 1977 seinen Bachelor am MIT in Cambridge. 1990 wurde Julius Mitglied des Lehrkörpers der University of California, wo er die Abteilung für Physiologie leitet.
Ardem Patapoutian ist ein libanesisch-amerikanischer Molekularbiologe und Neurowissenschaftler am Scripps Research in La Jolla in Kalifornien. Er besuchte die American University of Beirut, bevor er 1986 in die Vereinigten Staaten emigrierte, wo er die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm und sowohl einen Bachelor in Zell- und Entwicklungsbiologie als auch einen Ph. D. in Physiologie machte.

Was haben die beiden erforscht?
David Julius schaffte es, das Gen zu identifizieren, welches dafür verantwortlich ist, dass die Nervenzellen aktiviert werden, um Schmerz zu empfinden. Dies gelang ihm mithilfe von Capsaicin, ein in verschiedenen Paprika-Arten natürlich vorkommendes Alkaloid, welches in Chili für die Schärfe verantwortlich ist. Des Weiteren entdeckte David Julius das Protein, von welchem das Gen kodiert wird. Um den Ionenkanal, welcher das Wärmeempfinden der Nervenzellen verursacht, zu aktivieren, sind die Temperaturen so hoch, dass sie als schmerzhaft wahrgenommen werden.
Ardem Patapoutian dagegen entdeckte in der Petrischale Zellen, die auf einen Stups durch eine feine Glasspitze mit elektrischen Signalen reagierten und auch er es schaffte es, ein einzelnes Gen zu identifizieren.

Die beiden haben also eine wichtige Entdeckung im Bereich der Medizin gemacht. Dank ihnen wird es in Zukunft leichter sein, Behandlungen für Erkrankungen zu entwickeln. Ihre Arbeit hat enorm dazu beigetragen, dass wir Verstehen, wie unsere Sinne funktionieren und hoffentlich die Grundlagen für viele weitere Entdeckungen geschaffen.

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