2. AusgabeAktuelles

Die Coronavirus Pandemie – Wie das Virus unseren Schulalltag verändert 

Foto: Max Urbitsch

Der 13. März begann wie jeder andere Schultag. Um kurz vor acht Uhr füllten sich langsam die Gänge des ADS Gebäudes und viele Schülerinnen und Schüler waren schon mit einem Bein im Wochenende. Eben ein ganz normaler Freitag, aber nur fast.
Denn schon zu Beginn des Unterrichts wurden einige Schüler daran erinnert, vielleicht doch Schließfächer zu leeren und alle wichtigen Schulsachen mit nach Hause zu nehmen. Zu dem Zeitpunkt, natürlich nur als reine Vorsichtsmaßnahme, doch was sich über den gesamten Vormittag andeutete, wurde am frühen Nachmittag Realität. Das Gebäude der ADS würden die Schülerinnen und Schüler in den nächsten Wochen wohl nicht mehr von innen sehen.

Noch vor zwei Monaten hätte man es wohl nicht für möglich gehalten, dass uns ein Virus so einschränken könnte. 

Als die ersten Neuigkeiten aus China auftauchten, dass erste Patienten mit einem noch unbekannten Virus behandelt werden, startete an der ADS gerade wieder der Alltag nach zweiwöchigen Weihnachtsferien. 

Natürlich wurde zu dieser Zeit schon über das Virus diskutiert, aber an der Schule und wahrscheinlich in ganz Deutschland, war die Sorge noch relativ
gering. Das änderte sich auch nicht, als am 11. Januar der erste Corona-Todesfall in China gemeldet wurde oder als wenig später erste andere
Länder Coronavirus-Fälle meldeten. Spätestens am 23. Januar konnte dem Thema COVID-19 dann keiner mehr entfliehen. Zu dieser Zeit verhängte die chinesische Regierung erste drastische Maßnahmen. So auch die Schließung der Millionen Metropole Wuhan, aus der das Virus höchstwahrscheinlich stammt. Viele waren sich zu dieser Zeit ziemlich sicher, dass so etwas nur in einem kommunistischen Land wie China funktionieren würde, doch diese Annahme änderte sich knapp zwei Monate später komplett. 

Ende Januar hatte dann schon fast jeder Schüler mit dem ersten Schulhalbjahr abgeschlossen. Alle Klausuren waren geschrieben und nun wurde nur noch auf das Zeugnis gewartet.
Während an der August-Dicke Schule Zeugnisse vergeben wurden, bestätigten deutsche Behörden: Der Coronavirus sei offiziell in Deutschland angekommen und im darauffolgenden Februar verschlechterte sich die Lage in vielen europäischen Ländern dramatisch. 

Noch durften Französischen Austauschschüler aus Chalon-sur-Saône die ADS besuchen. Während ihres Aufenthaltes in Solingen wurde bei ihnen zu Hause in Frankreich der erste COVID-19 Tote Europas gemeldet. Doch nicht nur Frankreich, sondern auch besonders Italien traf es in den darauffolgenden Wochen sehr hart. 

Zu dieser Zeit wurde in Deutschland noch immer nicht über die ganz großen Einschränkungen des Alltages nachgedacht. Als am 23. Februar erste Städte in Norditalien, dem Epizentrum der Pandemie, abgeriegelt werden mussten, waren Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz voll mit feierlustigen Deutschen.

In den darauffolgenden Tagen wurden Maßnahmen in vielen europäischen Ländern immer weiter verschärft und erste Folgen der Pandemie ließen sich daraufhin auch an der ADS erkennen. Abgesehen von Gerüchten über Schulschließungen, die unter den Schülerinnen und Schüler immer wieder auftauchten, konnte man auch bildlich sehen, dass sich einiges an der Schule ändern sollte.

An den Türen des Gebäudes wurden Schüler über neue Vorsichtsmaßnahmen informiert. „Bitte verzichten Sie auf das Händeschütteln. Schenken Sie stattdessen lieber ein Lächeln“, war eine dieser Aufforderungen, die auf Plakate gedruckt wurden.

Doch dabei blieb es nicht, denn ab dem Nachmittag des 13. März war jedem Schüler klar: Die nächsten Wochen müssen zu Hause verbracht werden. Eine Entscheidung, die in den ersten Tagen noch ziemlich unwirklich erschien. Mit den Osterferien zusammen sollten alle Schüler fünf Wochen zu Hause bleiben. Das bedeutete nicht nur keinen Unterricht in der Schule. Auch würde man in den nächsten Wochen keine Klassenkameraden sehen und viele Dinge wie die Englandfahrt, der Französisch Austausch oder andere Projekte würden ausfallen müssen. 

Während sich also viele Schüler erst einmal an die neue Situation gewöhnen mussten, suchten die Lehrerinnen und Lehrer der ADS derweil nach einer praktischen Lösung, die das Arbeiten zu Hause so einfach wie möglich machen sollte. Geeinigt wurde sich auf das Programm Google Classroom, das ab sofort den Klassenraum in der ADS ersetzten sollte. 

In den darauffolgenden Wochen war es nun nötig, den Alltag selbst zu organisieren, denn der Stundenplan aus der Schule fehlte und auch wenn sich viele Schülerinnen und Schüler anfangs erst an die neuen Methoden gewöhnen mussten, fielen auch schnell Vorteile des Unterrichts von zu Hause auf. 

Nun konnte während der Aufgaben gegessen werden und der Weg während des Unterrichts zum Mülleimer, um ein Kaugummi auszuspucken, erübrigte sich auch.

Doch ganz, ohne ein bisschen Schulalltag zu etablieren, ging es dann eben doch nicht. Um ihre Klassen und Kurse trotzdem weiterhin zu unterrichten, fingen Lehrer kurzerhand an, ihren Unterricht auf Twitch zu streamen oder Videokonferenzen über Google Meet zu starten. Alle möglichen Optionen wurden genutzt, um die schwierige Situation zu bewältigen. Als sich am Ende der Osterferien dann abzeichnete, dass auch weiterhin der Unterricht nach Hause verlegt werden würde, ging es einfach weiter wie bisher. Mit Google Classroom und Videokonferenzen.

Trotzdem sollte es den baldigen Abiturienten ermöglicht werden, verpassten Unterricht vor Ort, in der Schule, nachzuholen. Natürlich mit strengen Hygienemaßnahmen. Das heißt, mit Mundschutz, in kleinen Kursen und wiederholtem Händewaschen und wenn es für alle anderen Schüler wieder losgeht, werden wir uns an diese Sicherheitsmaßnahmen gewöhnen müssen.

Was uns der Umgang mit dem Unterricht von zu Hause zeigt: Dass die ADS auch in schwierigen Zeiten Lösungen findet und das wird sicherlich in den nächsten herausfordernden Monaten genauso sein. 

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